Bildquelle: Team WBV Landshut w.V.

Blickpunkt Borkenkäfer

Aktuelle Meldungen zur Befalls-Situation im Landkreis Landshut

Buchdrucker und Kupferstecher haben sowohl die Brutanlage zur ersten Generation als auch zur Geschwisterbrut beendet. Sie nutzten die Schönwetterperiode nach den Eisheiligen (Mitte Mai), um geschwächte Fichten aufzusuchen und ihre Bruten anzulegen.

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Pheromonfallen zur Überwachung der Aktivitäten von Buchdrucker und Kupferstecher

Im Vergleich zu 2013 erfolgte heuer die Brutanlage von Buchdrucker und Kupferstecher etwa zwei bis drei Wochen früher. Dies wird auch durch die Fangzahlen aus dem Borkenkäfermonitoring bestätigt. Interessierte Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer können sich die Fangkurven der beiden Fallenstandorte im Landkreis Landshut, Altfraunhofen und Hohenthann, und von ganz Bayern im Internet unter webgis.lwf.bayern.de genauer ansehen und mit den Ergebnissen aus den Vorjahren vergleichen.

Die Waldbesitzervereinigung Landshut kann das verstärkte Auftreten der Borkenkäfer nur bestätigen. So gehen laut Alois Wolferstetter, Geschäftsführer bei der WBV Landshut, täglich neue Schadholzmeldungen an der Geschäftsstelle ein. „Bisher handelt es sich meist nur um Kleinmengen, aber auch einige größere Posten wurden schon gemeldet“ so Wolferstetter.

Wie kann man Borkenkäferbefall erkennen?

Von Buchdrucker befallene Bäume kann man sicher am braunen Bohrmehl erkennen, das der Käfer beim Einbohren in den Baum hinterlässt. Es sammelt sich in den Rindenschuppen des Baumes (Bild 1) oder rieselt bis zum Stammfuß (Bild 2). An trockenen und windstillen Tagen ist frisches Bohrmehl auch an Spinnennetzen (Bild 3) oder Blättern (Bild 4) rund um befallene Bäume zu finden.

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Die Empfehlung der Förster vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten lautet, jetzt vermehrt die Fichtenwälder auf Käferbefall zu kontrollieren. Besonders gefährdet sind alte Schadflächen und südlich exponierte, aufgerissene Waldränder. Erstes Anzeichen von Buchdruckerbefall ist braunes Bohrmehl an den befallenen Bäumen (s. Bilder oben). Bei fortgeschrittenem Befall beginnen sich die Baumkronen erst gelb, dann braun zu verfärben (s. Bild unten).

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Von Buchdrucker und Kupferstecher verfärbter Baumkronen

Was ist bei Befall zu tun?

Ist die Rinde der befallenen Bäume bereits vollständig vom Stamm abgefallen, ist es für eine Bekämpfung bereits zu spät. Effektiv können Borkenkäfer bekämpft werden, wenn sich die Käfer oder Larven noch im Stamm befinden. Dann gilt es, die befallenen Bäume umgehend einzuschlagen und die Stämme mindestens 500 m vom Wald weg zu schaffen. Wird ein Käferbaum im Wald übersehen und fliegen die Jungkäfer aus diesem Baum aus, können bis zu 50 neue Bäume vom Käfer befallen werden. Ihr Förster vom AELF berät sie gerne zum Borkenkäfer und seiner Bekämpfung.

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Fertig entwickelte Jungkäfer kurz vor dem Ausflug

Die Entwicklung der Borkenkäfer vom Ei über das Larvenstadium bis zum Ausfliegen der Jungkäfer dauert etwa acht Wochen. Bei nasser und kalter Witterung verlängert sich dieser Zeitraum. Herrscht jedoch sonniges, warmes Wetter, kann sich dieser Zeitraum auf vier bis sechs Wochen verkürzen. Wurde Borkenkäferbefall erkannt, sollte man nicht untätig bleiben sondern zügig handeln.

Die Waldbesitzervereinigung bietet Hilfe!

Aufgearbeitetes Käferholz sollte bitte zeitnah der Waldbesitzervereinigung (WBV) gemeldet werden, damit die Abfuhr organisiert werden kann. Für Hilfe beim Einschlag des Holzes steht die WBV mit Waldarbeiterrotten und Harvester-Unternehmern aus dem Landkreis für Sie bereit. Bitte melden Sie sich telefonisch unter 0871-9654646 oder per Email an geschaeftsstelle(at)wbv-landshut.de.

Steuervergünstigung für Kalamitätsholz

Während früher erst bei einer Überschreitung des Hiebssatzes eine Steuervergünstigung beim Finanzamt beantragt werden konnte, so ist dies jetzt schon ab den ersten Festmetern möglich. Informationen hierzu erhalten sie auf der Homepage des Bayerischen Landesamtes für Steuern unter www.finanzamt.bayern.de

oder bei Ihrem Steuerberater.

Wolfgang Forstenaicher, AELF Landshut