Douglasienwirtschaft im Töring´schen Wald

Im Oktober war die WBV Landshut mit einer Busgruppe zu Besuch in den Wäldern von Graf Töring in Pörnbach, Landkreis Pfaffenhofen. Revierförster Rainer Schick, zuständig für 3700 ha Wald, begrüßte die Waldbesitzer und führte in die Wirtschaftsweise des Forstbetriebs ein. Der etwas leichtere, gut durchwurzelbare Boden begünstigt zusammen mit Jahresniederschlägen von 700 bis 800 mm den Anbau von Douglasien. Gepflanzt werden lediglich ca. 1000 Bäume/ha im Verband 3×3 Meter. Angepasste Rehwildbestände lassen das Ansamen von Weiteren Baumarten wie Ahorn, Eiche, Birke, Tanne und Fichte zu. Mit wenig Aufwand wachsen so gemischte Bestände heran. Auffallend war, dass bereits im jungen Alter, ab etwa 10 cm Stammdurchmesser mit der Wertholzastung begonnen und in mehreren Eingriffen auf eine Höhe von 5-6 Metern fortgeführt wird.

Im unteren Bereich findet eine sogenannte Amboss-Astschere Verwendung, mit welcher man relativ schnell, mit einem glatten Schnitt, die Äste Abtrennen kann. Die Rinde wird dabei nicht verletzt. Durch den weiten Pflanzverband fallen wenig Pflegearbeiten im Jugendstadium an. Lediglich unerwünschte Protzen oder Zwiesel müssen entfernt werden. Im Alter 20 sind die meisten Bestände geschlossen und entwickeln ein kräftiges Höhen- und Dickenwachstum. So sind durchaus Zuwächse von 20-30 Festmetern Holz pro Hektar und Jahr zu erzielen. Da Douglasienholz im Außenbereich sehr witterungsbeständig ist, haben sich einige Sägewerke dieser Nische angenommen und zahlen für astfreie Ware gute Preise. An Hand von weiteren Waldbildern mit 50 und 70-jährigen Douglasien konnten sich die Landshuter Waldbesitzer von den Vorzügen dieser Baumart überzeugen. Auch die Fichtenbestände werden im Töringwald konsequent von Jugend auf durchforstet um mindestens ein Drittel grüne Krone zu erhalten. „Die Bestände haben dadurch gute Zuwächse, bleiben stabil und die Umtriebszeit kann auf ca. 60 Jahre gesenkt werden“, bestätigt auch Förster Franz Blümel. Versuchsweise werden auch allerlei heimische und ausländische Baumarten gepflanzt, beispielsweise Elsbeere und Tulpenbaum. Zum Schluss bedankte sich WBV Vorsitzender Ludwig Huber im Namen der Gruppe für die interessante Waldführung bei Förster Schick mit einem kleinen Präsent.

Nach dem Mittagessen stand ein Besuch des Hopfenmuseums in Wolnzach an. Die beiden Führerinnen verstanden es ausgezeichnet anhand von vielen Exponaten die Entwicklung der Hallertau zum größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt darzustellen. Eine kleine Brotzeit mit, wie könnte es anders sein, Bierprobe, rundete den Besuch ab.