Jagd2019-02-11T13:34:26+01:00

Forstliches Gutachten 2018

Die Ergebnisse für Stadt und Landkreis Landshut liegen vor

Die Bayerische Forstverwaltung erstellt seit 1986 alle drei Jahre die Forstlichen Gutachten zur Situation der Waldverjüngung. Mit den Forstlichen Gutachten 2018 wird für jede der 20 Hegegemeinschaften in Stadt und Landkreis Landshut eine Aussage zur Verbisssituation getroffen und eine Abschussempfehlung gegeben. Sie dienen als wichtige Grundlage für die Erstellung gesetzeskonformer Abschusspläne für die Rehwild-Abschussplanung 2019 – 2022, denn nur bei angepassten Wildbeständen ist eine Verjüngung klimatoleranter Baumarten möglich.

Die Förster des AELF Landshut bei den Aufnahmeverfahren

Die Wälder im Landkreis Landshut wurden in den letzten Jahren stark in Mitleidenschaft gezogen. Aufgrund des Klimawandels verursachten die Borkenkäfer zum Teil riesige Schadflächen, welche jetzt zur Aufforstung anstehen. Damit unsere Waldbestände auch in Zukunft leistungsfähig sind, sollten sie mit standortsgemäßen und klimatoleranten Baumarten wie Tanne, Douglasie, Buche, Eiche oder Edellaubhölzern begründet werden. Dafür ist eine nachhaltige Anpassung der Schalenwildbestände eine wesentliche Voraussetzung. Jäger sind jetzt besonders gefordert, ihre Jagd so auszurichten, dass Waldbesitzer das vorhandene Potential an Naturverjüngung ausnutzen und auch Anpflanzungen unserer Hauptbaumarten ungehindert aufwachsen können.

Verbisssituation in Stadt und Landkreis Landshut

Bewertung der Verbissbelastung der Hegegemeinschaften in Stadt und Landkreis Landshut

Der positive Trend aus den Vegetationserhebungen von 2015 setzte sich 2018 leider nicht fort. In einigen Hegegemeinschaften kam es zu einer deutlichen Verschlechterung der Verbisssituation. Auffällig ist, dass besonders die drei „günstigen“ Hegegemeinschaften aus dem nördlichen Landkreis ihren Status nicht halten konnten und sich um eine Stufe auf „tragbar“ verschlechterten. Des Weiteren stieg die Anzahl der „roten“ Hegegemeinschaften im nördlichen Landkreis von drei auf vier. Im südlichen Landkreis trat hingegen eine leichte Verbesserung ein. So konnte sich die Anzahl der „roten“ Hegegemeinschaften von drei auf zwei verringern. Zusammenfassend kann man sagen, dass sich die Verbisssituation im nördlichen Landkreis verschlechterte, während sich südlich der Isar eine leichte Verbesserung ergab.

Folgerungen für die Abschussplanung

Bewertung der Abschussempfehlung der Hegegemeinschaften in Stadt und Landkreis Landshut

Nach Artikel 32 Bayerisches Jagdgesetz ist bei der Abschussplanung neben der körperlichen Verfassung des Wildes vorrangig der Zustand der Vegetation, insbesondere der Waldverjüngung, zu berücksichtigen. Sprach sich das AELF Landshut 2015 für eine liberale Abschussplanung aus, bei der viele Hegegemeinschaften ihren Abschuss beibehalten oder sogar senken konnten, wird man für die anstehende Abschussplanung etwas kritischer urteilen müssen. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass sich „günstige“ oder „tragbare“ Hegegemeinschaften bei geringeren Abschussforderungen schnell verschlechtern. So wurde aus der aktuellen Wertung der Verbisssituation, unter besonderer Berücksichtigung der zeitlichen Entwicklung, eine Abschussempfehlung für jede Hegegemeinschaft gegeben. Für die anstehende Abschussplanung fordert das AELF Landshut für zwölf der zwanzig Hegegemeinschaften eine Erhöhung des Abschusses (2015 waren es nur 5 HGs).

Revierweise Aussagen

Während die Forstlichen Gutachten eine Aussage für die gesamte Hegegemeinschaft geben, beziehen sich die Revierweisen Aussagen auf das jeweilige Jagdrevier. Für Jagdreviere in „zu hohen“ Hegegemeinschaften werden die Revierweisen Aussagen von Haus aus gemacht, in „tragbaren“ oder „günstigen“ Revieren nur auf Antrag.

Von den 273 Revieren in Stadt und Landkreis Landshut wurde für insgesamt 165 Jagdreviere eine Revierweise Aussage erstellt. Im Vergleich zu 2015 trat auch hier eine leichte Verschlechterung ein. Von den beurteilten Jagdrevieren sind aktuell 65 Reviere in ihrer Wertung „zu hoch“ oder „deutlich zu hoch“. Auf diese „roten“ Reviere muss bei der Abschussplanung ein besonderes Augenmerk gelegt werden.